Starkes Miteinander:
Was Führungsteams trägt – Einblicke aus der KompassChallenge der DB Akademie
Seit 2007 arbeite ich für die Deutsche Bahn. Seit 2024 begleite ich als Coach die KompassChallenge der DB Akademie – ein Format, das Führungskräfte stärkt, die selbst Führungskräfte führen. Ziel ist ein starkes Miteinander, das die Strategie der Starken Schiene leichter und wirksamer trägt. Und je länger ich in diesem Projekt arbeite, desto klarer sehe ich, woran es liegt, wenn ein Team trägt – und woran, wenn es das nicht tut.
Selbstwirksamkeit, die zusammenwirkt
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aktivieren ihre Selbstwirksamkeit – aber nicht jede für sich, sondern so, dass sie im gemeinsamen Arbeiten ineinandergreift. Das Format ist nach agilen und Lean-Prinzipien aufgebaut: drei Präsenzveranstaltungen, dazwischen virtuell begleitete Sprints, die hier „Missionen“ heißen. Inspiriert sind sie vom Rollenmodell der Deutschen Bahn und ihren fünf Kompass-Prinzipien:
- Ein Team für Kunden
- Mach es einfach
- Du kannst es
- Klartext gewinnt
- Bahnfrei für Neues
Mich erinnern diese Prinzipien an die Arbeiten von Patrick Lencioni, an das Aristoteles-Projekt von Google und an Frederic Laloux. Umgesetzt wird die KompassChallenge mit Ideen aus dem hypno-systemischen Ansatz, dem U-Prozess nach Otto Scharmer, der Gruppendynamik und dem Facilitation-Ansatz.
Was den Unterschied macht: die Begegnung
Was mich an diesem Projekt begeistert, ist weniger die Methode als das, was im Kollegen-Team geschieht. Wir leben die Kompass-Prinzipien – nicht als Vorschrift, sondern fast beiläufig. Unsere Gespräche sind vom Verstehen-Wollen geprägt. Und daraus folgt etwas, das man nicht erzwingen kann: Mit jedem Meeting zeigen wir uns mehr, und mit jedem Mal vertrauen wir einander mehr. Das ist der Spirit eines starken Miteinanders.
Genau dieses Thema – das starke Miteinander – treibt mich seit Jahren. Schon 2008 führte ich den Slogan „Coach Dill – Beziehungsstark Führen“. Mir war damals klar, was sich seither nur bestätigt hat: Die Anforderungen, denen Führungskräfte heute begegnen, überfordern den Einzelnen. Nicht, weil es an Kompetenz fehlte – sondern weil keine Einzelne und kein Einzelner die Komplexität allein tragen kann. Was überfordert, wenn man es allein schultert, wird tragfähig, sobald ein Team es gemeinsam hält.
Verbindlichkeit, Mitgefühl, Fairness
Ein starkes Miteinander entsteht aus drei Haltungen, die ich in jedem tragfähigen Team wiederfinde:
Verbindlichkeit – zu dem stehen, was man zusagt.
Mitgefühl – die Perspektive der anderen wirklich verstehen.
Fairness – nachvollziehbar handeln.
Aus diesen Haltungen erwächst Vertrauen – in sich selbst und in die Kolleginnen und Kollegen. Und Vertrauen ist der Boden, auf dem ein Team auch im Konflikt zusammenbleibt. In tragfähigen Beziehungen vertrauen wir auch im Konflikt.
Mit so einem Team gelingt jedes Thema. Dafür leiste ich meinen Beitrag als Coach.
Harald Dill ist Executive Coach, Mediator, QM-Auditor und Berater in München. Seit über 20 Jahren begleitet er Führungsteams in Konflikt und Veränderung – mit Verdichtung und Spiegelung als Handwerk, mitfühlender Geduld als Haltung.
Häufige Fragen
Was ist die KompassChallenge der DB Akademie?
Die KompassChallenge ist ein Format der DB Akademie, das Führungskräfte stärkt, die selbst Führungskräfte führen. Ziel ist ein starkes Miteinander, das die Strategie der Starken Schiene leichter und wirksamer trägt. Das Format ist nach agilen und Lean-Prinzipien aufgebaut: drei Präsenzveranstaltungen, dazwischen virtuell begleitete Sprints, die hier „Missionen“ heißen.
Woran erkennt man ein starkes Miteinander im Führungsteam?
Daran, dass die Selbstwirksamkeit der Einzelnen ineinandergreift, statt nebeneinanderher zu laufen. Die Gespräche sind vom Verstehen-Wollen geprägt, die Beteiligten zeigen sich mehr und vertrauen einander zunehmend. Tragfähiges Vertrauen erwächst dabei aus drei Haltungen: Verbindlichkeit, Mitgefühl und Fairness.
Welche Haltungen tragen ein Führungsteam?
Verbindlichkeit heißt, zu dem zu stehen, was man zusagt. Mitgefühl heißt, die Perspektive der anderen wirklich zu verstehen. Fairness heißt, nachvollziehbar zu handeln. Aus diesen Haltungen erwächst Vertrauen – in sich selbst und in die Kolleginnen und Kollegen. Es ist der Boden, auf dem ein Team auch im Konflikt zusammenbleibt.
Warum überfordert Führung den Einzelnen heute oft?
Nicht, weil es an Kompetenz fehlt, sondern weil niemand die heutige Komplexität allein tragen kann. Was überfordert, wenn man es allein schultert, wird tragfähig, sobald ein Team es gemeinsam hält.



