Häufige Fragen

Was bedeutet Menschlichkeit in der Führung?

Menschlichkeit in der Führung bedeutet, das Gegenüber auch im Konflikt als Menschen ernst zu nehmen — gerade den schwierigen, den enttäuschenden, den unbequemen. Allein genügt sie jedoch nicht: Wer immer nachgibt, schafft neue Ungerechtigkeiten. Menschlichkeit ohne Gerechtigkeit wird beliebig.

Warum brauchen Führungsteams Menschlichkeit und Gerechtigkeit zugleich?

Weil beides allein kippt. Fehlt die Gerechtigkeit, erkaltet ein Team über kurz oder lang — als Rückzug, als Schweigen. Fehlt die Menschlichkeit, wird Gerechtigkeit zu kaltem Recht. Tragfähige Zusammenarbeit hält die Spannung zwischen dem aus, was dem Einzelnen gerecht wird, und dem, was für alle fair ist.

Woran erkennt man, dass ein Führungsteam seine Tragfähigkeit verliert?

Oft nicht an fehlender Kompetenz, sondern an einer schleichenden Erosion: Die Energie geht aus dem Raum, Meetings funktionieren formal, aber nichts trägt mehr. Sobald Menschlichkeit oder Gerechtigkeit verloren geht, verliert das Team seine Tragfähigkeit.

Harald Dill

Harald Dill ist Sparringpartner, Mediator, QM-Auditor und Berater in München. Seit 2002 begleitet er Führungsteams in komplexen Organisationen dabei, den „rosa Elefanten" im Raum beim Namen zu nennen. Seine Arbeit verbindet zwei Perspektiven, die selten zusammenkommen: den prüfenden Blick des QM-Auditors (TÜV-zertifiziert) und die Beziehungsarbeit des Mediators (Mediator univ., European University Association). Methodisch geprägt durch Gunther Schmidt (Syst-Institut), Trigon Organisationsentwicklung und Business-Aufstellungen sowie durch langjährige achtsamkeitsbasierte Ausbildungen. Autor des Buches „Krisen frei!" (2012). Weitere Stationen und Referenzen auf der Über-mich-Seite.